Der Minion Ring im Weber 57

Minion Ring – Langsam aber sicher zum Ziel

Endlich mal Zeit für ein Bierchen beim Grillen und nicht ständig das Fleisch wenden. Den Stress des Alltags vergessen, das Fleisch auf den Grill und einfach abwarten bis es fertig ist. Damit große Fleischstücke zart und saftig werden braucht es meist viel Zeit – zwischen 4 und 20 Stunden. Um über diesen langen Zeitraum eine konstant niedrige Temperatur zu halten, ohne ständig Kohle nachzulegen, ist der Minion Ring das perfekte Setup für (Kugel)Kohlegrills. Low & Slow ist hier das Stichwort.

Die Kohle

Für den Minion Ring eignen sich eigentlich ausschließlich Briketts. Holzkohle brennt im Vergleich zu Briketts heißer und schneller ab. So würde man eine zu hohe Temperatur über einen zu kurzen Zeitraum erreichen. Aber wir wollen ja erreichen, dass das Fleisch langsam und lange gart.

Auch die Auswahl der Briketts ist wichtig, denn auch hier gibt es große Unterschiede. Die Long Lasting Briketts von Weber eignen sich meiner Erfahrung nach nicht so gut für einen Minion Ring. Um eine Glutzeit von den beworbenen 4 Stunden zu erreichen wird den Briketts Braunkohlestaub zugemischt. Dadurch lassen sie sich jedoch schwerer entzünden und geben eine eher schwache Hitze ab. Aber ist schwache Hitze nicht genau das was wir haben wollen? Das stimmt, aber beim Minion Ring glüht immer nur ein geringer Teil der Kohle und somit ist die Hitze schon fast zu schwach. Um 110 Grad zu erreichen kann man die Lüftungsschieber schon fast ganz öffnen. Was aber, wenn die Temperatur dann abfällt? In dem Fall ist es besser, wenn wir anfangs eine höhere Temperatur von ca. 140 Grad haben und diese dann über die Lüftungsschieber runter regeln, sodass wir bei einem Temperaturabfall noch Spielraum zum gegen steuern haben. Ein weiterer Nachteil der Weber Briketts ist, dass der Ring schon mal schneller ausgehen kann, wenn die Briketts nicht perfekt aneinander liegen, weil die die Briketts sich einfach schwerer gegenseitig entzünden.

Meiner Erfahrung nach eignen sich Buchen Briketts von hoher Qualität, wie zum Beispiel die von proFagus, am besten für einen Minion Ring. Diese entzünden sich leicht untereinander. Somit erhält man eine gute Temperatur und die Glut erlischt nicht.

Der Aufbau des Minion Rings

Für einen Minion Ring verteilt ihr Kohlebriketts in einem Doppelring an der Innenseite des Grills. Dann noch eine Reihe Brikets mittig auf den Ring legen. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Briketts dicht aneinander anliegen, damit die Glut später durch den Ring ziehen kann. In die Mitte des Rings stellt ihr eine mit Wasser gefüllte Aluschale. Die Schale verhindert zum einen, dass das auslaufende Fett in den Grill tropft und erspart euch somit einiges an Putzarbeit. Zum anderen  speichert das Wasser die Hitze und gibt sie gleichmäßig an das Fleisch ab. Nun zündet ihr 6-8 Briketts mit einem Anzündkamin an und legt diese an einer Seite des Kohlerings dicht an. So kann die Glut langsam durch die Kohle ziehen, damit wir eine dauerhaft niedrige Temperatur im Grill haben.

Doch wie groß muss der Ring sein? Natürlich braucht ihr für die 6 Stunden Grillzeit für Spare Rips weniger Kohle als für 20 Stunde, die ein Pulled Pork garen muss. Ein guter Richtwert ist, dass ¼ Ring ca. 6 Stunden glüht. Und wenn ihr mal zu viel Kohle verwendet habt, dann einfach die Lüftungsschieber ganz schließen, wenn das Fleisch fertig ist. Dann erlischt die Glut und ihr könnt die restlichen Brikets beim nächsten Mal verwenden.

Lüftereinstellung

Nun dauert es etwas, bis sich genügend Briketts entzündet haben, um eure gewünschte Temperatur zu erreichen, also heißt es Deckel zu und warten. Doch wie erkenne ich, wann die Temperatur richtig ist? Hierfür gibt es spezielle Thermometer, die einerseits die Temperatur im Fleisch und andererseits auch die Temperatur im Grill messen können. Vorteilhaft sind Funkthermometer, denn dann müsst ihr nicht ständig zum Grill laufen. Ich kann das Maverik Et-733 empfehlen. Es kostet ca. 65€ und hat 2 Fühler, mit der ihr Fleisch- und Grilltemperatur gleichzeitig messen könnt. Wenn ihr kein solches Thermometer habt, reicht auch das Thermometer im Deckel, das die meisten Kugelgrills haben. Allerdings ist die Temperatur oben im Deckel immer um ca 10-20 Grad höher als auf dem Rost.

Grundsätzlich kann man zuvor die unteren Lüftungsschlitze zur Hälfte schließen. Nach einer guten Stunde regelt ihr dann die Temperatur über die Lüftungsschlitze weiter ein. Wenn ihr die Lüftungsschlitze öffnet steigt die Temperatur und wenn ihr sie schließt fällt die Temperatur. Hier darf man jedoch nicht zu ungeduldig sein, denn es dauert ca. 15 Minuten, bis sich ein Effekt der Änderungen zeigt.

Beim oberen Lüftungsschieber müsst ihr besonders geduldig sein, denn hier tritt zunächst der gegenteilige Effekt ein. Das heißt, wenn ich den Schieber öffne, erwarte ich, dass die Temperatur steigt. Nun sehe ich aber nach dem Öffnen, dass die Temperatur zunächst um ein paar Grad fällt, bevor sie wieder ansteigt. Das liegt daran, dass durch die größere Öffnung zuerst mehr heiße Luft abzieht, bevor der verstärkte Luftstrom die Kohlen anheizt und somit die Temperatur steigt. Schließe ich den Lüfter weiter, so staut sich zunächst mehr heiße Luft und die Temperatur steigt, bis der verringerte Luftstrom die Kohlen abkühlt und somit die Temperatur wieder fällt.

Also wartet wirklich eine viertel Stunde, bevor ihr weiter nachregelt, sonst kommt ihr aus dem Nachregeln nicht mehr raus. Grundsätzlich heißt es hier jedoch ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln, denn es ist noch kein Meister vom Himmelgefallen.

 

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Minion Ring gemacht? War meine Anleitung hilfreich für euren ersten Versuch? Ich würde mich sehr über einen Kommentar von euch freuen.

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